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Geschwollene Zunge: häufigste Ursachen und wann Sie zum Arzt sollten

Zunge plötzlich oder dauerhaft geschwollen?
Wann ist es ein Notfall, und wann nicht?

Ist Ihre Zunge plötzlich oder dauerhaft geschwollen? Wir zeigen, wann es sich um einen allergischen Notfall handeln kann, welche einfacheren Ursachen dahinterstecken können, und wann Sie zum Arzt oder Zahnarzt sollten.

Blog · Geschwollene Zunge
Lächelnder junger Mann im weißen T-Shirt im Freien
Geschwollene Zunge · Symbolbild
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Wenn Sie bemerken, dass sich Ihre Zunge größer oder angespannter anfühlt als sonst, oder sie sichtbar anschwillt, ist wichtig zu wissen, dass das viele verschiedene Ursachen haben kann. Was zu tun ist, hängt davon ab, wie schnell die Schwellung entstanden ist und welche weiteren Beschwerden dazukommen. Im Folgenden fassen wir die häufigsten Ursachen zusammen, und auch, wann es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall handelt und wann eine ruhige, geplante ärztliche oder zahnärztliche Untersuchung ausreicht.

Wann ist eine geschwollene Zunge ein Notfall?

Wenn die Zunge innerhalb weniger Minuten oder Stunden plötzlich zu schwellen beginnt und dazu Atemnot, Schluckbeschwerden, eine Schwellung der Lippen oder des Gesichts oder Nesselausschlag kommen, kann das auf eine allergische Reaktion (Anaphylaxie) oder ein Angioödem hindeuten, das die Atemwege verschließen kann. In diesem Fall gibt es keine Zeit zu warten: Rufen Sie sofort den Notruf (144), und falls Sie wegen einer bekannten Allergie bereits einen Adrenalin-Injektor (Epipen) verschrieben bekommen haben, verwenden Sie diesen gemäß den Anweisungen der Rettungskräfte. Eine weniger bekannte, aber häufige Ursache für ein Angioödem ist auch eine Nebenwirkung bestimmter Blutdrucksenker (ACE-Hemmer), die sogar Jahre nach Beginn der Einnahme auftreten kann. Das ist die wichtigste Botschaft dieses Artikels: Eine plötzliche, rasch fortschreitende Zungenschwellung muss so lange als Notfall behandelt werden, bis ein Arzt dies ausschließt.

Die häufigsten, nicht dringenden Ursachen einer geschwollenen Zunge

Wenn die Schwellung nicht plötzlich aufgetreten ist, sondern sich über Tage oder Wochen entwickelt hat, oder wenn sie milder ist und nicht mit Atembeschwerden einhergeht, können mehrere, weniger gefährliche Ursachen dahinterstecken:

  • Entzündung (Glossitis). Eine Entzündung der Zungenschleimhaut, die mit Schwellung, einer glatten, glänzenden Oberfläche und häufig mit Schmerzen einhergeht. Sie kann durch eine Infektion, Reizung oder allergische Reaktion ausgelöst werden.
  • Nährstoffmangel. Ein Mangel an Vitamin B12, Folsäure oder Eisen kann den Zustand der Zungenschleimhaut beeinträchtigen und zu Schwellung und Brennen führen.
  • Infektion. Eine bakterielle, virale oder Pilzinfektion kann ebenfalls eine Schwellung verursachen, oft zusammen mit weiteren Symptomen (Schmerzen, Verfärbung, Brennen). Über Mundsoor (Pilzinfektion der Zunge) und ihre Symptome haben wir in einem früheren Artikel ausführlicher geschrieben.
  • Verletzung oder Reizung. Ein Biss, eine Verbrennung durch heißes Essen oder Getränke, eine scharfe Zahnkante oder eine schlecht sitzende Prothese, die dauerhaft reibt, können eine lokale Schwellung verursachen.
  • Trockener Mund. Eine verringerte Speichelproduktion, sei es als Medikamentennebenwirkung oder durch Flüssigkeitsmangel, trägt ebenfalls zur Reizung und Schwellung der Schleimhaut bei.

Seltener kann hinter einer dauerhaften, lang bestehenden Zungenvergrößerung (Makroglossie) eine hormonelle Störung (zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion) oder ein anderer, ärztlich abzuklärender Zustand stecken, deren Erkennung und Behandlung immer eine fachärztliche Aufgabe ist.

Wann sollten Sie zum Arzt oder Zahnarzt?

Bei einer plötzlich auftretenden Schwellung mit Atembeschwerden, wie oben beschrieben, gibt es kein Warten, hier muss der Notruf verständigt werden. Wenn die Schwellung milder ist, aber länger als 10 Tage anhält, mit Schmerzen, Brennen oder Schwierigkeiten beim Essen oder Sprechen einhergeht oder wiederkehrend auftritt, sollten Sie auf jeden Fall eine ärztliche oder zahnärztliche Untersuchung in Anspruch nehmen. Das gilt besonders, wenn Sie Ähnliches zuvor nicht erlebt haben, wenn Sie eine bekannte Allergie haben, oder wenn Sie vor Kurzem ein neues Medikament zu nehmen begonnen haben. Wichtig: Die oben genannten Symptome allein bedeuten noch keine sichere Diagnose, für die genaue Ursachenabklärung ist immer eine Untersuchung notwendig.

Wie wird untersucht und behandelt?

Die Behandlung hängt immer von der auslösenden Ursache ab, deshalb geht es bei der Untersuchung zunächst darum, diese zu klären. Bei einem allergisch oder medikamentös bedingten Angioödem stehen die Identifikation und Vermeidung des auslösenden Stoffs oder Medikaments im Vordergrund, bei Bedarf auch ein Wechsel des Medikaments, was Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen sollten, ein eigenmächtiges Absetzen wird nicht empfohlen. Bei einer Infektion kann je nach Art ein Antibiotikum, ein antivirales oder ein antimykotisches Mittel notwendig sein, gegen die Entzündung kann der behandelnde Arzt ein lokales oder systemisches entzündungshemmendes Präparat verschreiben. Bei einem Nährstoffmangel kann die Ergänzung des fehlenden Vitamins oder Mineralstoffs helfen, die Notwendigkeit dazu wird durch eine Blutabnahme bestätigt. Bei einer durch Verletzung oder Reizung verursachten Schwellung reicht oft die Beseitigung der auslösenden Ursache (zum Beispiel scharfe Zahnkante, schlecht sitzende Prothese). Wird bei einer zahnärztlichen Untersuchung ein entsprechender Befund festgestellt, entscheidet der Zahnarzt, ob die Beschwerde vor Ort behandelt werden kann oder eine Überweisung zum Hausarzt beziehungsweise Facharzt sinnvoll ist.

Was können Sie selbst tun, während Sie auf die Untersuchung warten?

Bei einer nicht dringenden, milden Schwellung können ausreichend Flüssigkeitszufuhr, kalte oder lauwarme Speisen und Getränke (Vermeidung von heißen und scharfen Speisen) sowie der Verzicht auf möglicherweise reizende, stark alkoholhaltige Mundspülungen helfen. Wenn Sie wissen, was das Symptom ausgelöst hat (zum Beispiel ein bestimmtes Lebensmittel oder eine Zahnpasta), lohnt es sich, dies vorübergehend wegzulassen und Ihre Beobachtung bei der Untersuchung mit dem behandelnden Arzt oder Zahnarzt zu teilen. Das ersetzt nicht die fachärztliche Diagnose und eignet sich nicht, um allein zu entscheiden, ob eine Notfallbehandlung nötig ist.

Zusammengefasst

Hinter einer geschwollenen Zunge können von der leichten Reizung bis zur lebensbedrohlichen allergischen Reaktion viele verschiedene Ursachen stecken, deshalb sind die Geschwindigkeit der Entstehung und die Begleitsymptome immer die wichtigsten Anhaltspunkte. Bei einer plötzlichen, mit Atembeschwerden einhergehenden Schwellung muss der Notruf verständigt werden, in allen anderen Fällen lohnt es sich, möglichst bald eine ärztliche oder zahnärztliche Untersuchung in Anspruch zu nehmen, damit die genaue Ursache geklärt und die passende Behandlung begonnen werden kann.

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