Wenn Sie morgens mit einem klebrigen, trockenen Gefühl aufwachen, häufig durstig sind, oder einen Bissen Brot nur noch schwer hinunterschlucken können, sollten Sie aufmerksam werden: Das kann ein Zeichen für Mundtrockenheit (fachsprachlich Xerostomie) sein. Es handelt sich dabei nicht nur um ein unangenehmes Symptom: Speichel ist eine der wichtigsten Schutzbarrieren für Zähne und Zahnfleisch, daher kann anhaltende Mundtrockenheit mit der Zeit auch zu ernsteren zahnmedizinischen Problemen führen.
Warum ist Speichel für die Mundgesundheit so wichtig?
Speichel spült fortlaufend Essensreste und Bakterien von der Zahnoberfläche, neutralisiert Säuren und unterstützt mit Mineralstoffen die natürliche Remineralisierung des Zahnschmelzes. Außerdem erleichtert er das Kauen, Schlucken und Sprechen und bildet die erste Schutzbarriere gegen Infektionen in der Mundhöhle. Lässt die Speichelproduktion dauerhaft nach, schwächen sich auch diese Schutzfunktionen ab, und das Risiko für Karies, Zahnerosion, Zahnfleischentzündung und Mundsoor steigt.
Die häufigsten Ursachen
- Unzureichende Flüssigkeitszufuhr und Austrocknung: die einfachste, aber oft übersehene Ursache, besonders bei warmem Wetter oder nach körperlicher Anstrengung.
- Nebenwirkung von Medikamenten: zahlreiche weit verbreitete Präparate, etwa manche Antihistaminika, abschwellende Mittel gegen Schnupfen, Antidepressiva und Blutdrucksenker, können die Speichelproduktion verringern. Bei medikamentenbedingter Mundtrockenheit sollte das Medikament niemals eigenständig abgesetzt oder die Dosis verändert werden, das muss immer mit dem verschreibenden Arzt abgesprochen werden.
- Mundatmung und Schnarchen: besonders im Schlaf trocknet das die Mundschleimhaut aus, deshalb spüren viele Menschen das stärkste Symptom gerade morgens.
- Rauchen und Alkoholkonsum: beides verringert die Speichelproduktion und reizt die Mundschleimhaut; auch die regelmäßige Verwendung alkoholhaltiger Mundspülungen kann eine ähnliche Wirkung haben.
- Bestimmte chronische Erkrankungen: unkontrollierter Diabetes sowie Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom gehen typischerweise mit anhaltender Mundtrockenheit einher.
- Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren: eine Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich und bestimmte Chemotherapeutika können die Funktion der Speicheldrüsen vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigen.
- Alter: im höheren Alter ist Mundtrockenheit häufiger, teils wegen der häufigeren Medikamenteneinnahme, teils wegen natürlicher Veränderungen in der Funktion der Speicheldrüsen.
Welche Risiken birgt anhaltende Mundtrockenheit?
Durch die verringerte Speichelproduktion bilden sich schneller Zahnstein und Zahnbelag, das Risiko für Karies und Zahnfleischentzündung steigt, Mundgeruch kann häufiger auftreten, und auch ein Pilzbefall der Mundschleimhaut (Mundsoor) kann sich zeigen. Eine regelmäßige Zahnsteinentfernung und professionelle Dentalhygiene sind deshalb bei Mundtrockenheit besonders wichtig, da sich Ablagerungen schneller bilden als bei ausreichender Speichelproduktion.
Was können Sie zuhause zur Vorbeugung und Linderung tun?
- Trinken Sie regelmäßig, in kleinen Schlucken, Wasser über den Tag verteilt, nicht erst, wenn Sie schon Durst haben.
- Kauen Sie zuckerfreien Kaugummi, oder lutschen Sie zuckerfreie Bonbons, denn das Kauen regt die Speichelproduktion mechanisch an.
- Meiden Sie alkoholhaltige Mundspülungen, denn Alkohol kann die Mundschleimhaut weiter austrocknen; greifen Sie stattdessen zu einem alkoholfreien, speziell für trockenen Mund empfohlenen Produkt.
- Schränken Sie Koffein- und Alkoholkonsum ein, denn beides verstärkt den Flüssigkeitsverlust.
- Wenn Sie rauchen, lohnt sich der Rauchstopp, denn Rauchen allein verringert die Speichelproduktion bereits erheblich.
- Verwenden Sie nachts einen Luftbefeuchter im Schlafzimmer, wenn Sie im Schlaf überwiegend durch den Mund atmen, und sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Schnarchen oder die Atmung dauerhaft ein Problem darstellen.
- Verwenden Sie eine fluoridhaltige Zahncreme und achten Sie auf regelmäßige Kontrollen, denn bei verringerter Speichelproduktion wird die Schutzwirkung von Fluorid noch wichtiger.
Wann sollten Sie zum Zahnarzt oder Hausarzt gehen?
Wenn die Mundtrockenheit seit Wochen anhält, sich durch mehr Flüssigkeitszufuhr nicht bessert, oder nach Beginn der Einnahme eines neuen Medikaments aufgetreten ist, lohnt es sich, dies mit dem behandelnden Arzt zu besprechen, denn möglicherweise lässt sich das Medikament anpassen oder ergänzen. Treten zusätzlich zur häufigen Mundtrockenheit Karies, Zahnfleischentzündung oder weißliche, abwischbare Beläge auf der Mundschleimhaut auf, ist eine zahnärztliche Untersuchung sinnvoll, damit das Problem rechtzeitig behandelt werden kann.
Lässt die Mundtrockenheit nicht nach, oder bemerken Sie wiederholt Karies? Vereinbaren Sie eine kostenlose Erstuntersuchung, damit sich klärt, was dahintersteckt und welche Lösung hilft.